Fahrerlaubnis – Neuerteilung beantragen (nach Enziehung)
Ihnen wurde der Führerschein durch ein Gerichtsurteil oder durch die Führerscheinstelle entzogen? Sie möchten wieder ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr führen? Dann müssen Sie die Neuerteilung der Fahrerlaubnis veranlassen.
Die Neuerteilung können Sie drei Monate vor Ablauf der gerichtlich verfügten Sperrfrist beantragen.
Achtung: Ab dem 19. Januar 2013 ausgestellte Kartenführerscheine sind auf 15 Jahre befristet. Die Befristung betrifft jedoch nur das Führerscheindokument. Dies muss alle 15 Jahre erneuert werden. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen oder sonstige Prüfungen sind mit dem Dokumententausch nicht verbunden.
Wurde Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen, weil Sie 18 oder mehr Punkte im Verkehrszentralregister haben, darf eine neue Fahrerlaubnis frühestens sechs Monate nach Wirksamwerden der Entziehung der Fahrerlaubnis erteilt werden.
Wurde Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen, weil Sie einer Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar nicht nachgekommen sind, erhalten Sie eine neue Fahrerlaubnis erst nach erfolgreicher Teilnahme an einem Aufbauseminar.
Hinweis: Dagegen erhalten Sie den Führerschein nach Ablauf eines zeitlich befristeten Fahrverbots „automatisch“ zurück.
Zuständigkeit
die Führerscheinstelle Ihres Wohnortes
Führerscheinstelle ist,
wenn Sie in einem Stadtkreis wohnen: die Stadtverwaltung
 
wenn Sie in einem Landkreis wohnen: das Landratsamt
Zuständig für den Landkreis Biberach ist die Fahrerlaubnisbehörde des Verkehrsamtes.
Voraussetzungen
Sie erhalten die Fahrerlaubnis nicht „automatisch“ neu. Nach der Entziehung der Fahrerlaubnis oder dem Verzicht auf die Fahrerlaubnis prüft die Führerscheinstelle genau, ob Sie körperlich, geistig und charakterlich wieder zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet sind. Für die Neuerteilung gelten in der Regel dieselben Vorschriften wie für die erstmalige Erteilung einer Fahrerlaubnis. Eine erneute Fahrerlaubnisprüfung ist nur dann erforderlich, wenn davon ausgegangen werden muss, dass Sie die zum Führen eines Kraftfahrzeugs erforderlichen Kenntnisse und Befähigungen nicht mehr besitzen.
Unterlagen
Personalausweis oder Reisepass
 
ein Lichtbild, das den Bestimmungen der Passverordnung entspricht
 
Strafbefehl oder Gerichtsurteil mit Rechtskraftvermerk
bei Neuerteilung der Klassen A, A1, A2, AM, B, BE, L oder T: zusätzlich
Sehtestbescheinigung
 
sofern die erloschene Fahrerlaubnis vor dem 1. August 1969 erteilt wurde: zusätzlich Nachweis über die Unterweisung in lebensrettenden Sofortmaßnahmen (Grundzüge in der Erstversorgung von Unfallverletzten)
bei Neuerteilung der Klasse C1, C1E, C, CE, D1, D1E, D oder DE: zusätzlich
Bescheinigung über eine allgemeinärztliche Untersuchung
 
Zeugnis oder Bescheinigung über das Sehvermögen

Nachweis über die Ausbildung in Erster Hilfe

für die Klasse D1, D1E, D oder DE: zusätzlich

Nachweis über die Erfüllung der besonderen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit

Führungszeugnis

gegebenenfalls medizinisch-psychologisches Gutachten zur Überprüfung, ob Sie der besonderen Verantwortung bei der Beförderung von Fahrgästen gerecht werden
Ablauf
Sie können die Neuerteilung persönlich bei der Führerscheinstelle Ihres Wohnortes beantragen. Das Antragsformular erhalten Sie vor Ort oder steht Ihnen, je nach Angebot, auch zum Download zur Verfügung.
Hinweis: Sie können den Antrag auch bei Ihrer Wohnsitzgemeinde stellen, da diese die anzugebenden persönlichen Daten bestätigen muss. Die Gemeindeverwaltung leitet die Unterlagen dann an die zuständige Stelle weiter.
Gegen eine Extragebühr können Sie eine Expressbestellung beantragen. Die Wartezeit auf den neuen Führerschein verkürzt sich dadurch. Auskünfte erteilt Ihnen Ihre Behörde.
Gebühren
Je nach Stadt- oder Landkreis: unterschiedlich
Für die Einholung des Führungszeugnisses entstehen weitere Kosten.
Sonstiges
Wurde Ihnen die Fahrerlaubnis wegen erstmaliger Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss entzogen, kann die gerichtliche Sperrfrist verkürzt werden. Wenn Sie an einer Nachschulung teilnehmen dürfen, erhalten Sie von der Staatsanwaltschaft ein entsprechendes Informationsblatt. Dieses enthält nähere Informationen zu den Teilnahmebedingungen und Kursveranstaltern.
Für die Kursteilnahme benötigen Sie eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ der Führerscheinstelle. Sie dürfen keine weiteren Verkehrsdelikte oder Straftaten, die Ihre Eignung in Frage stellen, begangen haben. Bei Blutalkoholwerten über 1,6 Promille müssen Sie sich vor Kursbeginn einer medizinisch-psychologischen Untersuchung unterziehen. Bei Blutalkoholwerten von mehr als zwei Promille ist die Kursteilnahme ausgeschlossen.